Behandlungsablauf

Behandlungsformen und Behandlungsablauf

 

Vor Beginn einer Behandlung steht eine diagnostische Phase. In mehreren Terminen mit dem Kind, dem Jugendlichen und seinen Eltern versuche ich im Gespräch, bei Kindern auch im Spiel, eine Einschätzung von der Art und der Schwere der Erkrankung zu bekommen. Am Ende dieser diagnostischen Gespräche (probatorischen Sitzungen) stelle ich eine Diagnose und mache einen Behandlungsvorschlag (Indikation). Für die Durchführung einer psychoanalytischen oder tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sind die Motivation des Patienten und die Ressourcen der Familie, die Therapie zu unterstützen, entscheidend für die Durchführung.

 

1. Akutbehandlung: 
 

Der zeitliche Umfang beträgt 12 Therapiestunden à 50 Minuten und zusätzlich 3 Stunden für Bezugspersonen.

Was versteht man unter einer Akutbehandlung?
 Eine Akutbehandlung soll eine Chronifizierung der Problematik verhindern, schnelle therapeutische Hilfestellung bieten, ohne großen Verwaltungsaufwand. Eine psychotherapeutische Akutbehandlung dient der Krisenintervention. Sie erfordert keine Genehmigung, da dringender Handlungsbedarf besteht. Eine Akutbehandlung muss in einer Sprechstunde als Bedarf erkannt oder durch eine vorherige stationäre Behandlung mit psychologischem Schwerpunkt angewiesen worden sein. Die Krankenversicherung muss vom Therapeuten informiert werden. Falls notwendig, kann die Akutbehandlung als Kurz- oder Langzeittherapie weitergeführt werden.

Indikation: Bei akuten Problemen, welche schnelle therapeutische Hilfe benötigen. Sie soll eine schnelle Besserung bei akuten psychischen Krisen herbeiführen und den Patienten stabilisieren. 

2. Kurzzeittherapie: 

Sie umfasst bis zu 12 Therapieeinheiten à 50 Minuten und 3 Stunden für Bezugspersonen und kann nochmals formlos um 12 (+3 für Bezugspersonen) Therapieeinheiten bei der Krankenkasse verlängert werden. 
 

Was versteht man unter einer Kurzzeittherapie? 

Manchmal wird die Kurztherapie auch als eine Art "Erste Hilfe" betrachtet. In dieser Therapieform schaut man auf die derzeitigen Konflikte und stabilisiert die Patienten, um ihr Leben selbstbewusst weiterzuführen. Eine Kurzzeittherapie schaut nicht zu sehr in das warum oder wo der Konflikt angelegt ist. Sie wird beendet, wenn die Patient*innen eine Fortsetzung der Behandlung nicht mehr für nötig halten. 
 

Indikation: Eine Kurzzeittherapie kann bei akuten Konflikten, Schwierigkeiten mit der Familie, in der Schule oder mit Freunden angebracht sein. Sie dient der Stabilisation und dem Aufbau des Selbstbewusstseins. 
 

Zeigt sich in der Kurzzeittherapie, das eine tiefere Betrachtung der Problematik wichtig wäre, kann man hiernach einen weiteren Antrag auf Kurzzeittherapie stellen oder eine tiefenpsychologische Langzeittherapie oder analytische Langzeittherapie beantragen. 

 

3. Langzeittherapie: 

Unter einer Langzeittherapie versteht man eine psychoanalytisch oder tiefenpsychologische Betrachtung der inneren und äußeren Konfliktlage. Für eine Langzeittherapie können je nach Alter zunächst bis zu 60 Therapieeinheiten à 50 Minuten beantragt werden, wobei für die Bewilligung immer ein Gutachten erforderlich ist. Bei Bedarf kann die Therapie verlängert werden. 

 3.1 tiefenpsychologische Langzeittherapie

Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist sinnvoll, wenn die jungen Patienten aktuelle Problembereiche und Konflikte zu überwinden versuchen. Die therapeutische Arbeit konzentriert sich eher auf das aktuelle Geschehen, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Die Selbstentwicklung wird gefördert und unterstützt, so dass eine Besserung oder Heilung möglich wird. Dies führt im günstigsten Fall dazu, dass die Krankheitssymptome gemildert werden oder ganz verschwinden und die Kinder und Jugendlichen (wieder) anknüpfen an die altersentsprechenden Entwicklungsphasen.
 

Wissenschaftlich abgesichert ist die Wirksamkeit tiefenpsychologisch orientierter Therapien beispielsweise bei akuten Problemen und Depressionen, bei der Posttraumatischen Belastungsstörung sowie bei Essstörungen und Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

 

3.2 Analytische Langzeittherapie: 

Eine analytische Psychotherapie wird empfohlen, wenn die Symptomatik eng mit der Persönlichkeitsstruktur verwoben ist. Ziel einer Behandlung ist, krankmachende, meist tief verwurzelte innere Konflikte wahrzunehmen, bewusst zu machen und andere Beziehungs- und Konfliktlösungsmöglichkeiten zu finden. Gemeinsam mit dem Therapeuten versuchen die Kinder oder Jugendlichen, die unbewussten seelischen Probleme und Konflikte hinter ihren Symptomen zu verstehen, um diese wirksam zu bewältigen.

 

5. Rezidivprophylaxe
 

Nach dem Ende einer Langzeittherapie erfolgt häufig eine so genannte „Rezidivprophylaxe“, bei der die Anzahl der therapeutischen Sitzungen reduziert wird. Diese „ausschleichende“ Behandlung soll einem Wiederauftreten der Krankheit vorbeugen. Die Rezidivprophylaxe wird vom Therapeuten entweder beim Erstgutachten oder in der Fortführung mit beantragt. Dies ist der Fall, wenn der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten der Meinung ist, ein langsames Ausklingen der Therapie wäre sinnvoll. 

 

Gespräche mit Eltern und Bezugspersonen

Eltern sind in der Regel die bedeutendsten Bezugspersonen eines Kindes und für dieses existentiell wichtig. Insofern sind sie wichtige Bündnispartner in der Durchführung und für das Gelingen einer Kindertherapie. Sie können durch die Erkrankung des Kindes stark belastet sein, sich schuldig fühlen oder durch ungelöste Konflikte aus der eigenen Lebensgeschichte in die Probleme des Kindes verstrickt sein. Regelmäßige Gespräche mit den Eltern sind unabdingbar für eine Kindertherapie. Die Häufigkeit variiert je nach Alter des Kindes. Bei älteren Jugendlichen finden Elterngespräche nur noch in Absprache mit den Patienten statt.

 

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Das hängt von der Schwere der Symptomatik, aber auch von der Therapiemethode ab.

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